Beauftragte für Ladungssicherung
Stellt die Ladungssicherung nach dem Stand der Technik sicher: Sicherungskraftberechnung, Prüfung der Zurrmittel, Verladeanweisungen und Fahrerschulung nach VDI 2700 sowie den Verladepflichten gemäß § 412 HGB.
VDI 2700 ff. · § 22 StVO · § 412 HGB
Beauftragte für Ladungssicherung: Mit uns sprechen
Drei Zeilen und Sie sind in unserem Posteingang. Antwort innerhalb eines Werktags.
Was ist eine Beauftragte für Ladungssicherung?
Die Beauftragte für Ladungssicherung stellt sicher, dass Güter nach dem Stand der Technik gesichert sind, sodass sie während des Transports nicht verrutschen, herabfallen oder Verkehrsteilnehmer gefährden können. Ladungssicherung ist eine geteilte Verantwortung von Verlader, Frachtführer, Halter und Fahrer; die Beauftragte ist die Funktion, die Methode, Berechnung und Dokumentation in einen Betrieb bringt, der Güter verlädt oder befördert.
Der Stand der Technik ist in der VDI-2700-Reihe (Sicherung von Ladung auf Straßenfahrzeugen) und ihren Blättern festgelegt, die Sicherungsmethoden, Zurrmittel, Reibung, Sicherungskraftberechnung und rutschhemmende Materialien abdecken. VDI 2700 gilt weithin als technische Referenz, die Gerichte und Behörden heranziehen, um die Angemessenheit der Ladungssicherung zu beurteilen.
Die straßenverkehrsrechtliche Pflicht folgt aus Paragraf 22 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), der verlangt, dass Ladung einschliesslich der Sicherungsmittel so zu verstauen und zu sichern ist, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm verursachen kann. Paragraf 23 StVO regelt die Verantwortung des Fahrers, Paragraf 31 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) die des Halters.
Im Frachtrecht teilt Paragraf 412 des Handelsgesetzbuchs (HGB) die Verlade- und Entladepflichten zwischen Absender und Frachtführer und macht den Absender für das beförderungssichere Verladen und Sichern verantwortlich, sofern nichts anderes vereinbart ist. Die Beauftragte setzt diese Pflichten um: Sicherungskraftberechnung, Zurrmittelprüfung, schriftliche Verladeanweisungen und Fahrerschulung, sodass Fahrzeuge korrekt gesichert den Hof verlassen.
Kernaufgaben der Beauftragten für Ladungssicherung
- Sicherungskräfte berechnen und Sicherungsmethoden nach dem Stand der Technik gemäß VDI 2700 wählen.
- Zurrmittel, Gurte, Ketten und Antirutschmatten auf Zustand und Tragfähigkeit prüfen.
- Schriftliche Verladeanweisungen für wiederkehrende Güter und Fahrzeugkombinationen erstellen.
- Verlader und Fahrer zu korrekter Ladungssicherung und Lastverteilung schulen und unterweisen.
- Verlade- und Sicherungspflichten nach Paragraf 412 HGB und Vertragsbedingungen zuordnen.
- Sicherstellen, dass Fahrzeuge vor dem Verlassen der Verladestelle Paragraf 22 StVO erfüllen.
- Lastverteilungspläne gegen Achslasten und zulässige Gewichte prüfen.
- Sicherungsmaßnahmen, Prüfungen und Anweisungen prüfbar dokumentieren.
- Verrutschvorfälle untersuchen und Erkenntnisse in die Anweisungen zurückführen.
- VDI-2700-Aktualisierungen, EN-12195-Zurrnormen und Behördenpraxis verfolgen.
Wann ist eine Bestellung erforderlich?
Es gibt kein Gesetz, das eine verpflichtende Beauftragte für Ladungssicherung benennt. Die Pflichten treffen unmittelbar die Beteiligten der Transportkette: Paragraf 22 StVO denjenigen, der verlädt und sichert, Paragraf 23 StVO den Fahrer, Paragraf 31 StVZO den Halter und Paragraf 412 HGB Absender und Frachtführer. Weil diese Pflichten anspruchsvoll und haftungsträchtig sind, bestellen Betriebe, die Güter verladen oder befördern, üblicherweise eine Beauftragte für Ladungssicherung, um die Compliance zu organisieren und den Stand der Technik nachzuweisen.
Praktischer Auslöser ist der Betrieb von Verladestellen oder eines Fuhrparks, in dem Güter zu sichern sind. Sobald ein Betrieb regelmäßig Lkw belädt, Fracht versendet oder eigenen Transport betreibt, braucht er verlässliche Sicherungskraftberechnungen, geeignete Zurrmittel, Verladeanweisungen und geschultes Personal. Die Bestellung bündelt diese Fachkunde und schafft einen dokumentierten, belegbaren Prozess, was zählt, weil Mängel der Ladungssicherung Bussgelder, Haftung und nach Unfällen strafrechtliche Folgen tragen.
Die Bestellung sollte schriftlich erfolgen, Umfang und Befugnis festlegen, die Qualifikation in VDI 2700 und den einschlägigen Normen bestätigen und Zugang zu Ausrüstung, Anweisungen und Schulungsbudget einräumen. Wie bei anderen Beauftragtenfunktionen organisiert und belegt die Bestellung die Compliance, nimmt aber Verlader, Fahrer, Halter und Frachtführer die zugrunde liegenden Pflichten nicht ab.
- Betrieb von Verladestellen, an denen Güter auf Straßenfahrzeuge verladen werden
- Betrieb eines Werk- oder gewerblichen Transportfuhrparks
- Tätigkeit als Absender mit Verlade- und Sicherungspflichten nach Paragraf 412 HGB
- Wiederkehrende Verrutschbefunde oder Bussgelder bei Straßenkontrollen
- Handhabung schwerer, sperriger oder gefährlicher Lasten mit konstruktiver Sicherung
- Auflage von Versicherer oder Kunde für einen dokumentierten Sicherungsprozess
Branchen, die diese Rolle benötigen
- Spedition und Straßengüterverkehr
- Produktion mit eigenem Versand und Verladerampen
- Baustoffe, Stahl und Schwergüter
- Getränke- und Lebensmittellogistik
- Grosshandel und Distributionszentren
- Maschinen- und Anlagentransport
- Holz, Papier und Rollengüter
- Abfall- und Recyclinglogistik
- Handel mit eigenen Lieferflotten
- Chemie- und Gefahrguttransport
Wie CIVAC die Ladungssicherungs-Rolle unterstützt
CIVAC gibt der Beauftragten für Ladungssicherung einen strukturierten Weg, die Sicherung nach dem Stand der Technik nachweisbar zu halten. Verladeanweisungen, Sicherungskraftberechnungen und Lastverteilungspläne liegen in der Dokumentationssäule als versionierte Nachweise, abrufbar je Güterart und Fahrzeugkombination. Wiederkehrende Pflichten, Zurrmittelprüfungen, Fahrer- und Verladerschulungen nach VDI 2700 und die periodische Überprüfung der Anweisungen, werden zu terminierten Aufgaben mit Verantwortlichen und Fälligkeiten, sodass nichts vor einer Straßenkontrolle oder Prüfung verfällt. Verrutschvorfälle lassen sich erfassen und von der Untersuchung bis zur überarbeiteten Anweisung verfolgen. Fragt eine Behörde, ein Versicherer oder Kunde, wie der Betrieb Paragraf 22 StVO und Paragraf 412 HGB erfüllt, zeigt die Beauftragte Berechnungen, Prüfungen und Schulungen an einem Ort.
Häufige Fragen
Diese Rolle für Ihr Unternehmen besetzen?
Bestellen Sie unsere Experten als externe Beauftragten oder lizenzieren Sie CIVAC für Ihr eigenes Team. Wir besprechen mit Ihnen, was zu Ihrem Aufbau passt.