Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) im KMU einführen: Pflichten, Schritte, Nachweis
Mittelständische Arbeitgeber in Deutschland stehen 2026 unter Druck: Fachkräftemangel, Krankenstand auf Rekordniveau und neue Pflichten aus ArbSchG, DGUV V2 und SGB IX. Der Beitrag zeigt, wie KMU das Betriebliche Gesundheitsmanagement strukturiert einführen und über die CIVAC-Plattform audit-fest dokumentieren.
Die durchschnittliche Krankheitsdauer je beschäftigter Person erreichte 2024 nach Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK 21,4 Arbeitstage, der höchste Stand seit Beginn der Erhebung 1990. Für mittelständische Unternehmen heißt das: Produktivitätsverlust, Fehlbelastung der verbliebenen Belegschaft und Kosten von durchschnittlich 4.265 Euro pro Mitarbeitendem und Jahr nach Berechnung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vom März 2025. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist die strukturierte Antwort. Zahlreiche Bestandteile sind keine Kür, sondern Pflicht: § 5 Arbeitsschutzgesetz, § 2 DGUV Vorschrift 2, § 167 SGB IX und die Pflicht zur Bestellung eines Betriebsarztes nach § 2 ASiG.
Dieser Beitrag richtet sich an Geschäftsführungen, Personalleitungen und Sicherheitsfachkräfte in KMU mit 20 bis 500 Beschäftigten, die das BGM erstmals systematisch aufsetzen oder einen bestehenden Flickenteppich konsolidieren wollen. Sie erfahren, welche Pflichten zwingend sind, welche Bausteine ein wirksames BGM ausmachen, wie Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft eingebunden werden, welche Förderungen die Krankenkassen leisten und wie CIVAC die Dokumentation als Compliance-Plattform und Officer-as-a-Service in zwei Werktagen liefert. Beide Modelle werden behandelt: Workspace-Lizenz und externe Bestellung. Die Hinweise lassen sich auch auf größere Mittelständler skalieren und gelten branchenneutral, mit Anpassungen für Produktion, Logistik und Pflegeeinrichtungen.
Auf einen Blick
- BGM kombiniert die Pflichtbausteine Arbeitsschutz (ArbSchG), arbeitsmedizinische Vorsorge (ASiG) und betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) mit freiwilliger Gesundheitsförderung.
- Krankenkassen fördern BGF-Maßnahmen mit bis zu 600 Euro je beschäftigter Person und Jahr nach § 20b SGB V, kumuliert mit Lohnsteuerfreibetrag § 3 Nr. 34 EStG.
- CIVAC bündelt die Rollen Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit, BEM-Beauftragter und Hygienebeauftragter in einem Workspace mit 37 audit-festen Vorlagen.
Rechtsgrundlagen: Was BGM in Deutschland verpflichtet vorschreibt
Das BGM ist als Begriff im Gesetz nicht definiert, seine einzelnen Bausteine sind aber rechtlich klar umrissen. § 3 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet jeden Arbeitgeber, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. § 5 ArbSchG schreibt die Gefährdungsbeurteilung vor, § 6 ArbSchG verlangt die Dokumentation, § 12 ArbSchG die Unterweisung. Die DGUV Vorschrift 2, gültig seit dem 1. Januar 2011 und 2023 in der Fassung zuletzt aktualisiert, regelt die Bestellung von Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit nach Einsatzzeiten je Mitarbeitendem.
§ 167 Absatz 2 SGB IX verpflichtet Arbeitgeber zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), wenn ein Beschäftigter innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig war. Das Bundesarbeitsgericht hat im Urteil vom 7. September 2022 (5 AZR 211/21) klargestellt, dass die Unterlassung eines ordnungsgemäßen BEM die spätere krankheitsbedingte Kündigung erheblich erschwert. Eine vollständige Übersicht der ineinandergreifenden Rollen finden Sie auf unserer Übersichtsseite zum Betriebsarzt. Die freiwillige Säule der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) wird durch § 20b SGB V finanziell unterstützt, ergänzt um den Steuerfreibetrag nach § 3 Nr. 34 EStG in Höhe von 600 Euro je Beschäftigtem und Jahr. Wer die Pflichtbausteine ignoriert, riskiert Bußgelder nach § 25 ArbSchG bis 30.000 Euro je Vorfall. Aufsichtsbehörden der Länder, etwa das LASI mit der Leitlinie LV 52, prüfen die Pflichtbausteine bei Vor-Ort-Kontrollen oder anlassbezogen nach Beschwerden. Ein vollständig dokumentiertes BGM mit klaren Verantwortlichkeiten reduziert das Bußgeldrisiko erheblich und erhöht die Verteidigungsfähigkeit im arbeitsgerichtlichen Verfahren bei krankheitsbedingten Kündigungen.
Bausteine eines wirksamen BGM im Mittelstand
Ein praxiserprobtes BGM ruht auf vier Säulen. Erstens: Arbeitsschutz mit Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Dokumentation nach ArbSchG. Zweitens: Arbeitsmedizinische Vorsorge mit Pflichtuntersuchungen nach ArbMedVV und allgemeiner arbeitsmedizinischer Beratung durch den Betriebsarzt. Drittens: Betriebliches Eingliederungsmanagement nach § 167 SGB IX mit Gesprächsangebot, Maßnahmenplan und Wiedereingliederungsprozess. Viertens: Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) mit Angeboten zu Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung und Suchtprävention. Die Säulen sind eng miteinander verzahnt, weil eine Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung erfassen muss (§ 5 Absatz 3 Nummer 6 ArbSchG) und daraus konkrete BGF-Maßnahmen abgeleitet werden.
Operativ bedeutet das die Definition eines BGM-Koordinators, die Bildung eines BGM-Lenkungskreises mit Geschäftsführung, Personalleitung, Betriebsarzt, Sicherheitsfachkraft und Betriebsrat, sowie ein dokumentierter Jahresplan mit Zielen, Maßnahmen, Kennzahlen und Budget. CIVAC strukturiert diese Schritte im Workspace mit 490 einsatzbereiten Audit-Vorlagen, darunter Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung, BEM-Einladungsschreiben, Maßnahmenkatalog BGF, Mitarbeiterbefragung und Jahresreport an die Geschäftsführung. Lizenzieren Sie den Workspace für Ihre internen Beauftragten, oder lassen Sie unsere Beauftragten bestellen. Die Berichtslinie sichert die direkte Anbindung an die Geschäftsführung mit Zeitstempel und Lesebestätigung, damit der Arbeitgeber den Nachweis nach § 6 ArbSchG führen kann. Bestellurkunde, unterschrieben, abgelegt, belegbar. Erfahrungsgemäß scheitern KMU nicht an der Bereitschaft, sondern an der Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Geschäftsführung, Personalabteilung und externem Betriebsarzt. Ein klar zugeschnittener BGM-Koordinator mit zugewiesener Berichtslinie löst diesen Engpass. Die CIVAC-Plattform unterstützt diese Rollenzuweisung mit einem Verantwortlichkeitsregister, das den jeweiligen Pflichten der DGUV V2 zugeordnet ist und Auditprüfungen standhält. Ein klar definierter Jahresplan reduziert zusätzlich die Reibung mit dem Betriebsrat, weil Beteiligungsrechte nach § 87 Absatz 1 Nummer 7 BetrVG planbar werden statt anlassbezogen zu kollidieren.
Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft im KMU
Die Bestellung eines Betriebsarztes und einer Fachkraft für Arbeitssicherheit (SiFa) ist nach § 2 und § 5 ASiG ab dem ersten Beschäftigten Pflicht. Die DGUV Vorschrift 2 differenziert zwischen Grundbetreuung mit festen Einsatzzeiten und betriebsspezifischer Betreuung nach Aufgabenkatalog. Die Einsatzzeiten sind in Anlage 2 der DGUV V2 nach Betreuungsgruppe gestaffelt, etwa 0,2 Stunden je Mitarbeitendem und Jahr in Gruppe III (geringes Risiko) bis 1,2 Stunden in Gruppe I (hohes Risiko). Die Betreuung kann durch einen angestellten Betriebsarzt, durch einen niedergelassenen Arzt mit arbeitsmedizinischer Qualifikation oder durch einen externen überbetrieblichen Dienst erfolgen.
Für KMU mit 20 bis 250 Beschäftigten ist das Unternehmermodell nach § 2 Absatz 4 ASiG und Anlage 3 DGUV V2 eine wirtschaftlich attraktive Variante, bei der die Geschäftsführung selbst die Grundbetreuung organisiert, sich vom Betriebsarzt und der SiFa nur anlassbezogen beraten lässt und eine Pflichtschulung absolviert. CIVAC operiert beide Modelle als Officer-as-a-Service: Bestellung des externen Betriebsarztes mit Bestellurkunde, Einsatzplan und Jahresbericht oder Begleitung des Unternehmermodells mit Schulungsmodul, Beratungslog und Dokumentationsvorlage. Mehr zur Rolle und zu den Einsatzzeiten finden Sie auf der SiFa-Rollenseite. Der Prüfer ruft an, der Nachweis liegt bereit. Die Bestellung erfolgt schriftlich, die Bestellurkunde wird sowohl im Personalakt der bestellten Person als auch im zentralen Compliance-Aktenordner abgelegt. Wechselt der externe Dienst, übernimmt CIVAC die geordnete Übergabe mit Übergabeprotokoll, damit Vorsorgeuntersuchungen und Einsatzzeiten lückenlos fortgesetzt werden. Auch das Zusammenspiel zwischen Betriebsarzt und SiFa wird durch den Workspace kanalisiert: gemeinsame Begehungen werden in einem Kalender koordiniert, die Begehungsprotokolle stehen beiden Rollen sofort zur Verfügung.
Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung als Pflicht
Die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung ist seit dem 25. Oktober 2013 ausdrücklich Teil des ArbSchG (§ 5 Absatz 3 Nummer 6). Anders als die körperliche Gefährdungsbeurteilung wird sie in der Praxis oft vernachlässigt, obwohl Aufsichtsbehörden der Länder, etwa das LASI, seit der Leitlinie LV 52 von 2022 verstärkt prüfen. Die Beurteilung erfasst die fünf Belastungsdimensionen Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, soziale Beziehungen, Arbeitsumgebung und neue Arbeitsformen. Methodisch zulässig sind Mitarbeiterbefragungen, moderierte Workshops, Beobachtungsinterviews und kombinierte Verfahren. Die Beurteilung wird mindestens alle drei Jahre wiederholt und bei wesentlichen Veränderungen anlassbezogen aktualisiert.
Die Dokumentation muss die Belastungsfaktoren, die Bewertung, die abgeleiteten Maßnahmen, die Verantwortlichen, die Fristen und die Wirksamkeitskontrolle enthalten. § 6 ArbSchG schreibt die schriftliche oder elektronische Fixierung vor. CIVAC liefert die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung als deutsche Mustervorlage mit Fragebogen, Auswertungsmatrix, Maßnahmenkatalog und Wirksamkeitskontrolle. Der Workspace verwaltet Vorlagenversionen, dokumentiert jede Aktualisierung mit Zeitstempel und gibt Erinnerungen 60 Tage vor der nächsten Pflichtbeurteilung aus. Andere führen Compliance wie einen Aktenschrank. Wir führen sie wie Software. Die Auswertung wird automatisch anonymisiert, damit Schutzpflichten nach Art. 9 DSGVO eingehalten werden. Aufsichtsbehörden bewerten die Qualität der Beurteilung anhand der Tiefe der Belastungsanalyse und der Nachvollziehbarkeit der abgeleiteten Maßnahmen. Eine reine Befragung ohne Maßnahmenableitung wird in der Praxis regelmäßig beanstandet und führt zu Nachforderungen mit Frist. Methodisch bewährt sich die Kombination aus Online-Fragebogen und vertiefenden Workshops in kleinen Teams, weil die Akzeptanz steigt, wenn Beschäftigte ihre Wahrnehmung in moderierten Gesprächen einbringen können. Die CIVAC-Plattform stellt Fragebogen und Workshop-Leitfaden zentral bereit.
Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) nach § 167 SGB IX
Das BEM ist die Pflicht, jedem Beschäftigten nach einer Krankheitszeit von mehr als sechs Wochen innerhalb eines Jahres ein strukturiertes Gespräch anzubieten. Ziel des Gesprächs ist, gemeinsam Wege zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und zur Vermeidung erneuter Arbeitsunfähigkeit zu finden. Die Teilnahme ist freiwillig, das Angebot ist Pflicht. Das Bundesarbeitsgericht hat in mehreren Entscheidungen, zuletzt am 7. September 2022 (5 AZR 211/21), klargestellt, dass eine spätere krankheitsbedingte Kündigung ohne ordnungsgemäßes BEM nur in engen Ausnahmefällen wirksam ist. Die Nichtanbietung des BEM erschwert damit die personalwirtschaftliche Handlungsfähigkeit erheblich.
Operativ erfordert das BEM ein dokumentiertes Einladungsschreiben mit Hinweis auf Freiwilligkeit, Vertraulichkeit und Beteiligungsrechte des Betriebsrats oder der Schwerbehindertenvertretung, ein Gesprächsprotokoll, einen Maßnahmenplan und eine Wirksamkeitskontrolle. Die Akte ist getrennt von der Personalakte zu führen, Zugriffsrechte sind auf den BEM-Beauftragten und seine Vertretung zu beschränken. CIVAC liefert das BEM-Paket mit Einladungsschreiben, Gesprächsleitfaden, Protokoll, Maßnahmenplan und Wirksamkeitskontrolle. Die Aktenführung erfolgt im Workspace mit EU-Datenresidenz, getrenntem Berechtigungsschema und vier-Augen-Prinzip bei Maßnahmenfreigaben. Frist läuft ab Kenntnis der sechs Wochen Krankheitsdauer, das System überwacht die Frist auf Basis der Krankenstandsdaten der Personalabteilung. Im Workspace werden die BEM-Fälle nach Anonymisierung statistisch ausgewertet, sodass die Geschäftsführung ohne Personenbezug die Wirksamkeit der Maßnahmen verfolgen kann. Eine quartalsweise Übersicht stützt das Reporting an Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung. Eskalationsschwellen für die Geschäftsführung werden im Workspace voreingestellt, etwa wenn die BEM-Quote im Verhältnis zur Krankenstandsquote signifikant abweicht oder Wiedereingliederungspläne nicht innerhalb der vorgesehenen Frist umgesetzt werden. Die enge Verzahnung mit dem Inklusionsbeauftragten und der Schwerbehindertenvertretung wird durch dedizierte Rollen im Workspace gesichert, damit § 178 SGB IX eingehalten wird.
Förderung durch Krankenkassen und Steuerfreibetrag
§ 20b SGB V verpflichtet die gesetzlichen Krankenkassen, Leistungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung in Betrieben zu erbringen. Der GKV-Spitzenverband legt im Leitfaden Prävention nach § 20 SGB V einen Förderbetrag von bis zu 600 Euro je Beschäftigtem und Jahr fest, abhängig von Maßnahmenart und Kassenwahl. Förderfähig sind Bewegungsangebote, Ernährungsberatung, Stressmanagement, Suchtprävention und betriebliche Gesundheitszirkel. Voraussetzung ist eine strukturierte Bedarfsanalyse, ein dokumentierter Maßnahmenplan und eine Wirksamkeitskontrolle, alle drei Bausteine deckt die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung ab, wenn sie methodisch sauber durchgeführt wird.
Steuerlich kann der Arbeitgeber nach § 3 Nummer 34 EStG bis zu 600 Euro je Beschäftigtem und Jahr für zertifizierte Maßnahmen lohnsteuerfrei und sozialversicherungsfrei zuwenden. Förderung und Steuerfreibetrag sind kumulierbar, sofern die jeweiligen Voraussetzungen vorliegen. CIVAC unterstützt die Antragstellung mit einer Förderübersicht je Krankenkasse, der Mustervorlage für die Bedarfsanalyse und der Anbindung an zertifizierte Anbieter aus dem Präventionsverzeichnis der Zentralen Prüfstelle Prävention. Die CIVAC-SLA für das vollständige BGM-Startpaket aus Gefährdungsbeurteilung, BEM-Vorlage, Förderantrag und Jahresreport beträgt zwei Werktage statt der branchenüblichen zwei bis sechs Wochen. Audit-fest, dokumentiert, § 20b SGB V-fest. Für KMU bietet die Plattform eine vorgefertigte Förderlandkarte, die die jeweiligen Bedingungen der zehn größten gesetzlichen Krankenkassen zusammenfasst und automatisch aktualisiert. Antragsformulare lassen sich aus dem Workspace heraus direkt vorbefüllt herunterladen. Eine doppelte Förderfähigkeit, etwa von Krankenkasse und Berufsgenossenschaft, ist bei bestimmten Maßnahmen möglich und wird im Workspace automatisch geprüft, damit keine Mittel verloren gehen. Die Frist für den Antrag liegt in der Regel vor Maßnahmenbeginn. Bei der Auswahl zertifizierter Anbieter empfiehlt sich der Blick in das Präventionsverzeichnis der Zentralen Prüfstelle Prävention, das jährlich aktualisiert wird.
BGM-Strategie: Vom Lenkungskreis zur Wirksamkeitskontrolle
Eine BGM-Strategie hat drei Zeithorizonte. Kurzfristig, in den ersten 90 Tagen, geht es um die Bestellung der Beauftragten (Betriebsarzt, SiFa, BEM-Beauftragter, Brandschutzbeauftragter, Hygienebeauftragter), die Bildung des Lenkungskreises und die Durchführung der Gefährdungsbeurteilungen. Mittelfristig, im ersten Jahr, geht es um die Mitarbeiterbefragung, den Maßnahmenplan, den Förderantrag bei der Krankenkasse und die ersten Umsetzungsmaßnahmen. Langfristig, ab dem zweiten Jahr, geht es um die Wirksamkeitskontrolle, die Anpassung des Maßnahmenplans und die Aufnahme der BGM-Kennzahlen in das Reporting der Geschäftsführung.
Kennzahlen sind die Voraussetzung für jede ernstgemeinte Wirksamkeitsmessung. Standard sind Krankenstand (Abwesenheitsquote in Prozent), AU-Tage je Beschäftigtem, Fluktuationsrate, Teilnahmequote an BGF-Maßnahmen, Befragungsergebnisse und BEM-Quote. CIVAC liefert ein BGM-Dashboard im Workspace, das diese Kennzahlen aus den vorhandenen HR-Daten zieht, anonymisiert auswertet und im Jahresreport an die Geschäftsführung darstellt. Lizenzieren Sie den Workspace für Ihre internen Beauftragten, oder lassen Sie unsere Beauftragten bestellen. Der Lenkungskreis trifft sich vorzugsweise quartalsweise, das Workspace-System liefert Agenda, Vorlagen und Beschlussprotokoll. Die Strategie ist eng mit der ESG-Berichterstattung verzahnt, weil soziale Indikatoren in die CSRD-Nachhaltigkeitserklärung einfließen. Die strategische Verankerung in der Geschäftsführung ist erfolgskritisch. Ohne klares Mandat bleibt das BGM ein Personalprojekt, das in Krisensituationen als erstes abgebaut wird. Die CIVAC-Berichtslinie macht den BGM-Beitrag zur Risikolage des Unternehmens sichtbar und schützt das Programm vor Budgetkürzungen. Die quartalsweise Tagung des Lenkungskreises wird im Workspace mit Agenda, Vorlage, Protokoll und Maßnahmenverfolgung unterstützt, sodass keine Beschlüsse verloren gehen und die Wirksamkeit über mehrere Quartale messbar bleibt. Eine externe Begleitung durch CIVAC reduziert den internen Aufwand und beschleunigt die Wirksamkeit messbar.
Typische Stolpersteine im KMU und wie sie sich vermeiden lassen
Vier Stolpersteine treten regelmäßig auf. Erstens: das BGM wird als HR-Wohlfühlprogramm verstanden und übersieht die rechtspflichtigen Bausteine ArbSchG, ASiG und SGB IX. Folge: Bußgeldrisiko und keine Krankenkassenförderung. Zweitens: die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung wird formal abgehakt, ohne die fünf Belastungsdimensionen tatsächlich zu prüfen. Die Aufsichtsbehörden der Länder erkennen das in der Praxis sofort. Drittens: das BEM wird im Einzelfall mündlich angeboten, aber nicht dokumentiert. Folge: krankheitsbedingte Kündigungen scheitern später vor Gericht. Viertens: die Förderanträge bei der Krankenkasse werden nicht gestellt, weil die Bedarfsanalyse fehlt. Folge: ein vierstelliger Förderbetrag je Beschäftigtem bleibt liegen.
Wer diese Stolpersteine vermeiden will, braucht eine Plattform, die die Pflichtbausteine sichtbar macht, Fristen überwacht und die Dokumentation an einer Stelle bündelt. CIVAC integriert die Rollen Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Brandschutzbeauftragter, Hygienebeauftragter und BEM-Beauftragter in einem Workspace mit getrennten Berechtigungsschemata je Rolle. Andere führen Compliance wie einen Aktenschrank. Wir führen sie wie Software. Die Aufsicht durch die Länder, etwa das StMAS in Bayern oder das LAGetSi in Berlin, kann jeden Pflichtbaustein nachvollziehen, ohne dass die Geschäftsführung in mehreren Aktenschränken suchen muss. Mehr zur Rollenarchitektur auf der Übersichtsseite Compliance-Beauftragter. Die zentrale Akte überlebt zudem Personalwechsel. Eine zusätzliche Klippe ist die fehlende Anbindung der Schwerbehindertenvertretung oder des Inklusionsbeauftragten. § 178 SGB IX und § 167 SGB IX schreiben deren Beteiligung im BEM-Prozess vor, die Nichtbeteiligung führt zur Unwirksamkeit. CIVAC integriert den Inklusionsbeauftragten als eigene Rolle in das BGM-Setup. Auch eine fehlende Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten ist ein wiederkehrender Stolperstein, weil Gesundheitsdaten zu den besonders schützenswerten Daten nach Art. 9 DSGVO zählen und eigene Verarbeitungsgrundlagen erfordern.
Vom Lesen zum Auftrag: Nächste Schritte mit CIVAC
Wer ein BGM systematisch im KMU einführen will, durchläuft drei Schritte. Erstens: ein 30-minütiges Screening mit der CIVAC-Compliance-Matrix klärt den Status quo, identifiziert Lücken in den Pflichtbausteinen ArbSchG, ASiG und SGB IX, prüft die Förderfähigkeit nach § 20b SGB V und erstellt eine priorisierte Maßnahmenliste. Zweitens: Wahl des Modells. Lizenzieren Sie den Workspace für Ihre internen Beauftragten, oder lassen Sie unsere Beauftragten bestellen, einschließlich Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit, BEM-Beauftragter und Hygienebeauftragter. Drittens: Vertragsabschluss, Lieferung der Bestellurkunden, Vorlagen für Gefährdungsbeurteilung, BEM und Förderantrag innerhalb von zwei Werktagen, dazu Aufnahme in die zentrale Compliance-Akte mit EU-Datenresidenz und ISO/IEC 27001:2022 ISMS samt 93 Controls.
CIVAC ist eine Compliance-Plattform und Officer-as-a-Service mit Sitz in Frankfurt, 25 Beauftragten-Rollen live und 490 einsatzbereiten Audit-Vorlagen. Das BGM wird im Workspace gemeinsam mit dem Compliance-Beauftragten, dem Datenschutzbeauftragten und der HinSchG-Meldestelle geführt, ohne Datenvermischung und mit getrenntem Berechtigungsschema je Rolle. Aus dem Lesen einen Auftrag machen. Schreiben Sie an info@civac.de oder nutzen Sie das Kontaktformular auf civac.de, um das BGM-Screening zu vereinbaren. Das Screening ist unverbindlich, dauert 30 Minuten und endet mit einer schriftlichen Empfehlung zu Bestellungen, Modell, Zeitplan und Förderpotenzial. Auf Wunsch stellen wir Referenzen aus vergleichbaren KMU unter NDA zur Verfügung. Erste Beratungstermine sind innerhalb von fünf Werktagen verfügbar. Die Bestellungen für Betriebsarzt, SiFa und BEM-Beauftragten können bei Bedarf gestaffelt eingeführt werden, um interne Akzeptanz und Personalkapazität zu schonen. CIVAC begleitet die schrittweise Einführung mit definierten Meilensteinen und einer messbaren Erfolgskontrolle nach 90 und 180 Tagen. Die Investition rechnet sich erfahrungsgemäß bereits im ersten Jahr durch reduzierten Krankenstand und vermiedene arbeitsrechtliche Risiken.
FAQ
Ist BGM für jedes KMU gesetzlich verpflichtend?
Der Begriff BGM selbst ist nicht gesetzlich verpflichtend, seine Bausteine schon. Pflicht sind die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG, die Bestellung von Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft nach § 2 ASiG, das BEM nach § 167 SGB IX und die arbeitsmedizinische Vorsorge nach ArbMedVV. Wer diese Bausteine systematisch zusammenführt, hat faktisch ein BGM.
Welche Förderung kann ein KMU für BGF-Maßnahmen erhalten?
§ 20b SGB V verpflichtet die Krankenkassen, BGF-Maßnahmen zu fördern. Der GKV-Spitzenverband nennt bis zu 600 Euro je Beschäftigtem und Jahr. § 3 Nr. 34 EStG erlaubt zusätzlich einen lohnsteuerfreien Zuschuss in derselben Höhe. Beide Vergünstigungen sind kumulierbar, sofern die zertifizierten Voraussetzungen und die Bedarfsanalyse vorliegen. Den Antrag stellt der Arbeitgeber bei der Krankenkasse seiner Wahl.
Welche Folgen hat ein unterlassenes BEM-Angebot?
Das Bundesarbeitsgericht hat mehrfach klargestellt, dass eine krankheitsbedingte Kündigung ohne ordnungsgemäßes BEM nur in engen Ausnahmefällen wirksam ist. Im Urteil vom 7. September 2022 (5 AZR 211/21) wurde eine entsprechende Kündigung kassiert. Praktisch heißt das: ohne dokumentiertes BEM ist die personalwirtschaftliche Handlungsfähigkeit im Krankheitsfall erheblich eingeschränkt. Eine sorgfältige Dokumentation ist hier der wirksamste Schutz.
Wie viele Einsatzstunden muss der Betriebsarzt im KMU leisten?
Die DGUV Vorschrift 2 staffelt die Grundbetreuung nach Betreuungsgruppen, von 0,2 Stunden je Beschäftigtem und Jahr in Gruppe III bis 1,2 Stunden in Gruppe I. Hinzu kommt die betriebsspezifische Betreuung nach Aufgabenkatalog der Anlage 4. KMU bis 250 Beschäftigte können das Unternehmermodell nach Anlage 3 wählen, das die Bindung reduziert.
Muss die Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung explizit durchgeführt werden?
Ja, seit dem 25. Oktober 2013 ist sie ausdrücklich in § 5 Absatz 3 Nummer 6 ArbSchG verankert. Die Beurteilung erfasst die fünf Belastungsdimensionen und ist mindestens alle drei Jahre zu wiederholen. Aufsichtsbehörden der Länder prüfen den Nachweis intensiv, eine fehlende oder formale Durchführung wird mit Bußgeldern nach § 25 ArbSchG sanktioniert.
Wie schnell richtet CIVAC ein BGM-Grundsystem ein?
Die CIVAC-SLA beträgt zwei Werktage ab Beauftragung statt der branchenüblichen zwei bis sechs Wochen. Geliefert werden Bestellurkunden für Betriebsarzt, SiFa, BEM-Beauftragter und Hygienebeauftragter, Vorlagen für Gefährdungsbeurteilung und BEM, Förderübersicht je Krankenkasse und Jahresreport-Template. Wahlweise lizenzieren Sie den Workspace oder lassen unsere Beauftragten bestellen. Audit-fest, dokumentiert, ArbSchG-fest. Der Workspace ist sofort nutzbar und benötigt keine eigene IT-Implementierung im Unternehmen.
Klingt nach viel Arbeit?
Beauftragten-Pflichten, Fristen, Nachweise — genau das nehmen wir dir ab. Sag kurz Hallo, wir zeigen dir wie.
Aus dem Beitrag ein Mandat machen.
Wir übernehmen die operative Last: externer Beauftragter, Vorlagen und Dokumentation in einem Workspace. Unverbindlich.