Gefahrgut 30/1863: Düsenkraftstoff ADR-konform transportieren und dokumentieren
Gefahrgut 30/1863 kennzeichnet Düsenkraftstoff (Jet Fuel) als entzündbaren flüssigen Stoff der ADR-Klasse 3. Wir erklären die Pflichten nach ADR 2025, GbV und das CIVAC-Modell für den Gefahrgutbeauftragten als Service.
Die orangefarbene Warntafel mit der Kombination 30/1863 begegnet im Straßentransport bei Tankfahrzeugen für Düsenkraftstoff, also Jet A, Jet A-1 und Kerosin für die zivile Luftfahrt. Die obere Zahl 30 ist die Gefahrnummer nach Abschnitt 5.3.2.3 ADR und beschreibt einen entzündbaren flüssigen Stoff mit einem Flammpunkt zwischen 23 und 60 Grad Celsius. Die untere Zahl 1863 ist die UN-Nummer für Treibstoff für Düsenflugzeuge nach UN-Modellvorschriften und ADR 2025. Wer den Stoff befördert, verpackt, lädt, entlädt oder als Verlader, Versender oder Beförderer in der Lieferkette beteiligt ist, unterliegt den ADR-Pflichten und gegebenenfalls den Pflichten nach der Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GbV) vom 25. Februar 2011 in der jeweils geltenden Fassung. Verstöße werden nach § 10 GGBefG ordnungswidrigkeitsrechtlich verfolgt, bei groben Verstößen drohen Bußgelder im fünfstelligen Bereich pro Vorfall.
Dieser Beitrag erläutert die Bedeutung der Kennzeichnung 30/1863, die ADR-Klassifizierung von UN 1863 in Klasse 3 mit Verpackungsgruppe III, die zentralen Pflichten des Versenders, Beförderers und Empfängers, die Anforderungen an die Bestellung eines Gefahrgutbeauftragten nach § 1 GbV und die Audit-feste Dokumentation im CIVAC-Workspace. CIVAC ist eine Compliance-Plattform und Officer-as-a-Service mit EU-Datenresidenz. Lizenzieren Sie den Workspace für Ihre internen Beauftragten, oder lassen Sie unsere Beauftragten bestellen.
Auf einen Blick
- Die Kombination 30/1863 kennzeichnet Düsenkraftstoff der ADR-Klasse 3 mit Flammpunkt zwischen 23 und 60 Grad Celsius und Verpackungsgruppe III.
- Versender, Beförderer und Empfänger müssen Beförderungspapiere, Schriftliche Weisungen, Kennzeichnung und Ausbildungsnachweise nach Kapitel 1.3 ADR vorhalten.
- Ab definierten Mengenschwellen ist ein Gefahrgutbeauftragter nach § 1 GbV zu bestellen, der Jahresbericht ist bis 31. März für das Vorjahr zu erstellen.
Was die Zahlen 30 und 1863 konkret bedeuten
Die orangefarbene Warntafel nach Abschnitt 5.3.2 ADR enthält oben die Gefahrnummer und unten die UN-Nummer. Die Gefahrnummer 30 bedeutet: 3 = entzündbarer flüssiger Stoff, 0 = keine zusätzliche Gefahr von Bedeutung. Damit unterscheidet sich die Klassifizierung von Stoffen mit Doppelziffern wie 33 (leicht entzündbar, Flammpunkt unter 23 Grad) oder 336 (leicht entzündbar und giftig). Die UN-Nummer 1863 steht im Verzeichnis nach UN-Modellvorschriften für Treibstoff für Düsenflugzeuge, also kerosinähnliche Kraftstoffe für die zivile Luftfahrt. Im praktischen Transport sind das insbesondere Jet A, Jet A-1, JP-8 (für militärische Anwendungen mit besonderen Vorschriften) und vergleichbare Brennstoffe mit Spezifikation nach ASTM D1655 oder DEF STAN 91-091. Wichtig ist die Abgrenzung zu UN 1202 (Gasöl, Dieselkraftstoff, Heizöl, leicht) und UN 1268 (Erdöldestillate), die ähnliche Eigenschaften haben, aber andere UN-Nummern und teilweise andere Verpackungsgruppen tragen.
UN 1863 fällt unter Klasse 3 ADR (entzündbare flüssige Stoffe). Die Zuordnung zur Verpackungsgruppe richtet sich nach Flammpunkt und Siedebeginn nach Abschnitt 2.2.3 ADR. Düsenkraftstoff fällt typischerweise in Verpackungsgruppe III (Flammpunkt zwischen 23 und 60 Grad Celsius bei einem Siedebeginn über 35 Grad). Damit gelten erleichterte Verpackungsanforderungen gegenüber Verpackungsgruppe II, aber die Pflichten aus Tabelle A in Kapitel 3.2 ADR bleiben vollumfänglich anwendbar. Die zulässigen Tankcodes, Sondervorschriften und Begleitvorschriften sind dort spaltenweise hinterlegt und im CIVAC-Workspace als strukturierte Stoffstammdaten gespeichert. Andere führen Compliance wie einen Aktenschrank. Wir führen sie wie Software. Wer die Tafel im Alltag korrekt lesen will, sollte daneben die Spalte Verpackungsgruppe in Tabelle A im Blick haben, weil davon Verpackung, Tankcode und teilweise auch Mengenfreistellungen abhängen. Falsche Tafeln oder unrichtig befüllte Beförderungspapiere führen häufiger zu Beanstandungen als der eigentliche Stoff, weil die Kontrollen auf den ersten Blick die Beschilderung prüfen. Eine konsistente Stammdatenpflege im Workspace verhindert genau solche formalen Fehler.
ADR-Pflichten des Versenders bei UN 1863
Der Versender ist nach Abschnitt 1.4.2.1 ADR die zentrale Figur der Lieferkette und trägt die Verantwortung für die korrekte Klassifizierung, Verpackung, Kennzeichnung und Dokumentation. Vor jeder Beförderung von UN 1863 sind sechs Punkte abzuarbeiten: Erstens die Klassifizierung als UN 1863 mit Verpackungsgruppe III. Zweitens die Auswahl einer ADR-konformen Verpackung, Tank oder Großpackmittel mit gültiger Bauartzulassung. Drittens die Kennzeichnung und Bezettelung nach Abschnitt 5.2 ADR mit der Gefahrzettelnummer 3 (Flamme) und gegebenenfalls Umweltgefährdung. Viertens das Beförderungspapier mit den Pflichtangaben nach Abschnitt 5.4.1 ADR, einschließlich UN-Nummer, offizieller Benennung, Klasse, Verpackungsgruppe und Menge. Fünftens die Schriftlichen Weisungen für den Fahrzeugführer nach Abschnitt 5.4.3 ADR.
Der sechste Punkt ist die ADR-Schulung der beteiligten Personen nach Kapitel 1.3 ADR. Jede an der Beförderung beteiligte Person ist entsprechend ihrer Verantwortlichkeiten und Aufgaben zu schulen. Die Schulung ist zu dokumentieren, periodisch zu auffrischen und auf Verlangen der zuständigen Behörden vorzulegen. Im CIVAC-Workspace werden Schulungsnachweise je Mitarbeitendem mit Modul, Datum, Schulungsanbieter und Auffrischungsfrist hinterlegt. Bei Aufsichtskontrollen lassen sich die Nachweise innerhalb von Sekunden filtern und exportieren. Der Prüfer ruft an, der Nachweis liegt bereit. Bestellurkunde, unterschrieben, abgelegt, belegbar. Für UN 1863 gilt zusätzlich die Berücksichtigung der Bestimmungen nach Kapitel 3.3 ADR (Sondervorschriften) und Kapitel 3.4 ADR (Freistellungen für begrenzte Mengen), die bei Düsenkraftstoff aufgrund der typischen Tankladungsmengen selten greifen, aber bei Probennahmen für Qualitätsprüfungen relevant werden. Auch die Multilateralen Vereinbarungen nach Abschnitt 1.5.1 ADR können punktuelle Erleichterungen erlauben, sofern sie zwischen den betroffenen Vertragsstaaten gelten und die Bedingungen exakt eingehalten werden.
Tank- und Fahrzeuganforderungen für UN 1863
Düsenkraftstoff wird in der Regel in Tanks befördert. Maßgeblich sind die Vorschriften in den Teilen 4 (Verwendung von Verpackungen und Tanks), 6 (Bau und Prüfung von Verpackungen und Tanks) und 9 (Anforderungen an die Fahrzeuge) ADR. Für UN 1863 erlaubte Tankcodes ergeben sich aus Tabelle A Spalte 12, typische Codes wie LGBF beschreiben Tankart, Mindestberechnungsdruck, Bodenöffnungen und Druckentlastung. Tankfahrzeuge mit einem Gesamtfassungsraum von mehr als 1.000 Litern unterliegen besonderen Anforderungen an Kennzeichnung mit orangefarbenen Tafeln vorne und hinten sowie Großzetteln (Placards) der Gefahrzettelnummer 3 an beiden Längsseiten und am Heck nach Abschnitt 5.3.1 ADR. Hinzu kommt die Ausrüstung des Fahrzeugs nach Kapitel 8 ADR mit Feuerlöschern, Warndreieck, Warnweste, persönlicher Schutzausrüstung, einer Augenspülflasche und einem Auffangbehälter.
Fahrzeugführer benötigen einen gültigen ADR-Schein nach Abschnitt 8.2 ADR, der die jeweiligen Klassen und die Spezialisierung Tank umfasst. Die Fortbildung erfolgt vor Ablauf der 5-jährigen Gültigkeit. Bei UN 1863 als entzündbarem Stoff der Klasse 3 sind insbesondere die Vorschriften zur Erdung beim Be- und Entladen, zum Verbot von Funkenquellen und zur Trennung von Zündquellen einzuhalten. Im CIVAC-Workspace werden die Tankzulassungen, Prüffristen, ADR-Scheine und Fahrzeugausstattungen als strukturierte Datenobjekte mit Erinnerungsfunktion geführt. Damit lassen sich Wiederkehrende Prüfungen, Tankrevisionen und Auffrischungsschulungen rechtzeitig planen. Eine Übersicht weiterer Beauftragten-Rollen finden Sie unter CIVAC Roles. Versäumte Prüfintervalle führen nicht nur zu Bußgeldern, sondern auch zu einem Verlust der Versicherungsdeckung im Schadensfall, weil die Versicherer regelmäßig den Nachweis fristgerechter Prüfungen verlangen. In der Praxis ist die Wiederkehrende Prüfung von Tanks nach Abschnitt 6.8.2.4 ADR alle 6 Jahre und die Zwischenprüfung alle 3 Jahre zu dokumentieren, einschließlich Sachverständigenbestätigung und Prüfdatum auf dem Tankschild.
Beförderungspapier, Schriftliche Weisungen und Begleitdokumente
Das Beförderungspapier für UN 1863 enthält nach Abschnitt 5.4.1.1 ADR mindestens folgende Angaben: UN 1863, TREIBSTOFF FÜR DÜSENFLUGZEUGE, 3, III, Anzahl und Beschreibung der Versandstücke, Gesamtmenge in Litern oder Kilogramm, Name und Anschrift des Versenders und Empfängers. Die Reihenfolge ist verbindlich. Beim Beförderungspapier ist außerdem die Sondervorschrift 640 zu beachten, die für UN 1863 in bestimmten Konstellationen eine Spezifikationsangabe verlangt, falls Mehrkomponentenstoffe verwendet werden. Bei innerstaatlichen Beförderungen können zusätzlich Vorschriften nach GGVSEB Anwendung finden, etwa zur Wahl der Straße oder zu Wochenend-Fahrverboten.
Die Schriftlichen Weisungen für den Fahrzeugführer nach Abschnitt 5.4.3 ADR werden in den Sprachen des Versenders und der Durchfahrtländer mitgeführt. Sie enthalten Handlungsanweisungen für den Fall eines Unfalls oder Notfalls, eine Liste der mitgeführten gefährlichen Güter, Hinweise auf zusätzliche Ausrüstung sowie Maßnahmen zum Schutz des Personals. Im CIVAC-Workspace werden Beförderungspapiere und Schriftliche Weisungen als Vorlagen mit Versionsstand und automatischer Sprachvariante geführt, sodass bei Auslieferungen in Nachbarländer die korrekten Sprachfassungen ohne manuelle Übersetzung vorliegen. Audit-fest, dokumentiert, ADR-fest. Für Multimodal-Transporte (Straße, Schiene, See) werden zusätzlich die IMDG-Code-Anforderungen, die RID-Vorschriften und die ICAO/IATA-Vorgaben miteinander abgeglichen, sodass Begleitdokumente an den Schnittstellen nahtlos übergeben werden können. In der Praxis sind Multimodal-Transporte mit UN 1863 typisch im Bunkergeschäft, wenn Tankfahrzeuge an Flughafenstandorten von Tankschiffen oder Pipeline-Anschlüssen versorgt werden und die Dokumentation an jeder Schnittstelle eindeutig vorliegen muss. Bestellurkunde, unterschrieben, abgelegt, belegbar. Der Workspace dokumentiert pro Sendung Versender, Empfänger, Beförderer, Verlader und gegebenenfalls Verpacker mit jeweils klarer Rollenzuweisung, was bei Rückfragen der Aufsichtsbehörde oder bei einer haftungsrechtlichen Auseinandersetzung den Beweisaufwand reduziert.
Mengenschwellen, Bestellung und Aufgaben des Gefahrgutbeauftragten
Nach § 1 GbV in Verbindung mit Abschnitt 1.8.3 ADR ist ein Gefahrgutbeauftragter zu bestellen, wenn das Unternehmen gefährliche Güter befördert, verpackt, einlädt, entlädt oder als Empfänger annimmt. Ausnahmen ergeben sich aus § 2 GbV, etwa wenn die Tätigkeiten unter den Freistellungen nach Abschnitt 1.1.3 ADR liegen oder unterhalb bestimmter Mengenschwellen verbleiben. Für Versender und Beförderer von UN 1863 in Tankmengen ist die Bestellpflicht in der Regel zu bejahen, weil typische Tankladungen die Freistellungsgrenzen deutlich übersteigen. Die Bestellung ist schriftlich vorzunehmen und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen. Frist läuft ab Kenntnis.
Die Aufgaben des Gefahrgutbeauftragten sind in Abschnitt 1.8.3.3 ADR aufgeführt: Überwachung der Einhaltung der Vorschriften, Beratung des Unternehmens, Erstellung des Jahresberichts, Untersuchung von Unfällen und Vorkommnissen, Auswahl und Schulung der beteiligten Personen, Auswahl der Verpackungen und Tanks, Einführung von Verfahren zur Notfallbewältigung sowie Überprüfung der Beförderungspapiere und Sicherungsvorkehrungen. Im CIVAC-Workspace werden alle Aufgaben als Jahresplan mit Verantwortlichem, Termin und Erledigungsstand geführt. Der Jahresbericht für UN 1863 und alle weiteren beförderten Stoffe wird automatisch aus den Workspace-Daten zusammengestellt und bis zum 31. März des Folgejahres bereitgestellt. Lizenzieren Sie den Workspace für Ihre internen Beauftragten, oder lassen Sie unsere Beauftragten bestellen. Audit-fest, dokumentiert, GbV-fest. Bei mehreren Standorten oder grenzüberschreitenden Transporten kann der Bericht standortbezogen gefiltert oder konsolidiert ausgegeben werden, sodass sowohl interne Berichtspflichten an die Geschäftsführung als auch behördliche Anforderungen aus mehreren ADR-Vertragsstaaten bedient werden. Eine spezielle Vorlage für Konzerne berücksichtigt zudem Sprachfassungen für Behörden in DE, AT, CH und ausgewählten EU-Mitgliedstaaten.
Sicherung gefährlicher Güter nach Kapitel 1.10 ADR
Düsenkraftstoff fällt nach Tabelle 1.10.3.1.2 ADR in die Kategorie der gefährlichen Güter mit hohem Gefahrenpotenzial (high consequence dangerous goods), sobald bestimmte Mengenschwellen überschritten werden. Für Klasse 3, Verpackungsgruppe I oder II ist die Schwelle ein Tank mit mehr als 3.000 Litern oder Versandstücke mit mehr als 3.000 Litern. UN 1863 mit Verpackungsgruppe III liegt unterhalb dieser Schwelle und fällt regelmäßig nicht in die strengste Sicherungskategorie. Dennoch gelten die allgemeinen Sicherungsvorschriften nach Abschnitt 1.10.1 ADR: Identifizierung der beteiligten Personen, Sicherheit der Beförderungsmittel und der Lagerstätten, Schulung der Beschäftigten zur Sicherung.
Wer große Mengen UN 1863 transportiert, beispielsweise im Bunkergeschäft für Flughäfen oder bei Versorgung militärischer Stützpunkte, muss zusätzlich einen Sicherungsplan nach Abschnitt 1.10.3.2 ADR erstellen. Dieser Plan enthält Zuständigkeiten, Risikobewertung, Sicherungsmaßnahmen, Notfallreaktion, Schulung, Berichtswesen und Überprüfung. Im CIVAC-Workspace ist eine Vorlage für den Sicherungsplan hinterlegt, die alle Pflichtbestandteile nach Abschnitt 1.10.3.2.2 ADR adressiert. Sie kann auch dann sinnvoll geführt werden, wenn die Bestellpflicht formal nicht greift, etwa um internen Konzernrichtlinien zur Sicherheit gerecht zu werden. Bestellurkunde, unterschrieben, abgelegt, belegbar. Die Schnittstelle zur Informationssicherheit ergibt sich, wenn die Sicherung digital unterstützt wird, etwa über IT-gestützte Zugangskontrolle zu Tanklagerstätten oder Telemetrie-Daten der Tankfahrzeuge. Diese Systeme sind im Sinne des NIS-2-Umsetzungsgesetzes zunehmend kritisch und sollten in das ISO/IEC 27001:2022 ISMS einbezogen werden, damit Cyberangriffe auf Tanklogistik nicht zu Compliance-Lücken in der Gefahrgut-Sicherung führen. Frist läuft ab Kenntnis. CIVAC stellt die organisatorische Verbindung zwischen ISB und GGB im Workspace her und vermeidet damit Doppelarbeit, etwa durch einheitliche Risikoampeln, gemeinsame Schulungspläne und konsolidierte Berichtslinien an die Geschäftsführung.
Vorkommnisse, Meldungen und Jahresbericht
Bei Unfällen oder Vorkommnissen mit UN 1863 greift die Meldepflicht nach Abschnitt 1.8.5 ADR. Diese verlangt einen schriftlichen Bericht an die zuständige Behörde, wenn definierte Kriterien überschritten werden: Personenschäden, Stoffaustritt einer bestimmten Menge (für Klasse 3 ab 1.000 Liter), Sachschaden über einer Wertgrenze, oder Behördeninanspruchnahme. Der Bericht enthält Beförderungsart, Datum und Ort, Beschreibung des Vorkommnisses, Stoffangaben, Ursachenanalyse und ergriffene Maßnahmen. Frist läuft ab Kenntnis. Parallel sind interne Meldewege zur Geschäftsführung zu aktivieren und betroffene Versicherer zu informieren.
Der jährliche Bericht des Gefahrgutbeauftragten nach Abschnitt 1.8.3.3 lit. h ADR ist bis zum 31. März des Folgejahres zu erstellen und der Unternehmensleitung vorzulegen. Er enthält eine Übersicht der beförderten gefährlichen Güter, Tätigkeiten als Versender, Beförderer, Verlader, Empfänger, Auflistung der Unfälle und Vorkommnisse, Schulungsstatus, Ergebnisse von Audits und Empfehlungen für Verbesserungsmaßnahmen. Im CIVAC-Workspace wird der Jahresbericht aus den Transaktionsdaten des Workspaces, den Schulungsnachweisen, der Vorfallsstatistik und den Auditprotokollen automatisch befüllt. Manuell zu ergänzen sind nur die qualitativen Bewertungen und Handlungsempfehlungen des Gefahrgutbeauftragten. Damit reduziert sich der Erstellungsaufwand für den Jahresbericht von typischerweise 2 bis 4 Werktagen auf wenige Stunden. Der Prüfer ruft an, der Nachweis liegt bereit. Im Wiederholungsfall lassen sich Vorjahresdaten als Grundlage für Trendaussagen nutzen, etwa zur Entwicklung von Unfallhäufigkeit, Schulungsständen oder Mengenströmen, was bei aufsichtlichen Inspektionen positiv vermerkt wird, weil es belegt, dass das Unternehmen die Pflichten nicht punktuell, sondern systematisch erfüllt. Diese Datenbasis dient zugleich der Vorbereitung interner Audits nach ISO 9001 oder ISO 14001, sofern das Unternehmen über entsprechende Managementsysteme verfügt.
Schnittstellen zu Umweltschutz, Gefahrstoff und Arbeitssicherheit
UN 1863 ist nicht nur Gefahrgut im Transport, sondern zugleich Gefahrstoff im Sinne der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und wassergefährdender Stoff nach der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Im stationären Bereich greifen daher zusätzlich die Pflichten zur Gefährdungsbeurteilung nach § 6 GefStoffV, zur Betriebsanweisung nach § 14 GefStoffV und zur Unterweisung der Beschäftigten. Die Bestellung eines Gefahrstoffbeauftragten ist nach § 13 ArbSchG für bestimmte Anlagen erforderlich. Auch die Vorgaben der TRGS 510 zur Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern sind anzuwenden, ebenso die einschlägigen Brandschutzbestimmungen nach Landesbauordnung und arbeitsschutzrechtliche Anforderungen aus der BetrSichV.
CIVAC bildet diese Querschnittspflichten im Workspace verzahnt ab. Die Stoffstammdaten von UN 1863 werden mit Sicherheitsdatenblatt nach Anhang II der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, AwSV-Einstufung und Lagerklassifikation nach TRGS 510 verknüpft. Damit lassen sich Aufgaben zwischen Gefahrstoffbeauftragtem, Gefahrgutbeauftragtem, Umweltbeauftragtem und Fachkraft für Arbeitssicherheit synchronisieren. Wenn etwa eine Tankrevision ansteht, werden die Termine in allen relevanten Rollenplänen gespiegelt und dokumentiert. Audit-fest, dokumentiert, GbV-fest. Damit entfällt der häufige Bruch zwischen ADR-Welt, GefStoffV-Welt und WHG-Welt, der in vielen Unternehmen zu Doppelarbeit, widersprüchlichen Schulungsplänen und parallelen Dokumentenbeständen führt. Lizenzieren Sie den Workspace für Ihre internen Beauftragten, oder lassen Sie unsere Beauftragten bestellen. Eine integrierte Steuerung über mehrere Rollen erleichtert auch die Auditvorbereitung für Behörden wie das Bundesamt für Güterverkehr, die Gewerbeaufsicht oder die zuständige Wasserbehörde. Die im Workspace hinterlegten Rollenpläne benennen jeweils Verantwortliche, Stellvertreter und Eskalationsstufen, sodass im Vorfallfall keine Lücke in der Verantwortlichkeit entsteht und die Berichtslinie an die Geschäftsführung in jeder Konstellation klar bleibt.
Vom Tankfahrzeug zur Compliance-Plattform: Start mit CIVAC
Wenn Sie Düsenkraftstoff oder andere Stoffe der ADR-Klasse 3 transportieren, sind die nächsten Schritte gut planbar. Erstens: Klären Sie die Mengen und Tätigkeiten Ihres Unternehmens entlang der Definitionen Versender, Beförderer, Verlader, Empfänger, Verpacker und prüfen Sie die Bestellpflicht nach § 1 GbV. Zweitens: Stellen Sie die ADR-Schulungsstände aller beteiligten Personen nach Kapitel 1.3 ADR fest und planen Sie Auffrischungen. Drittens: Prüfen Sie die Tankzulassungen, Fahrzeugausstattung und ADR-Scheine auf Aktualität. Viertens: Klären Sie, ob Sie den Gefahrgutbeauftragten intern besetzen oder die Funktion extern an CIVAC vergeben.
CIVAC ist eine Compliance-Plattform und Officer-as-a-Service mit EU-Datenresidenz. Der externe Gefahrgutbeauftragte wird innerhalb von 2 Werktagen bestellt, mit Bestellurkunde, Aufgabenkatalog nach Abschnitt 1.8.3.3 ADR und Berichtslinie an die Geschäftsführung. Im Servicepreis enthalten sind 490 Audit-Vorlagen, darunter Vorlagen für Beförderungspapiere, Schriftliche Weisungen, Sicherungsplan, Jahresbericht und Unfallmeldung. Lizenzieren Sie den Workspace für Ihre internen Beauftragten, oder lassen Sie unsere Beauftragten bestellen. Aus dem Lesen einen Auftrag machen. Schreiben Sie an info@civac.de oder nutzen Sie das Kontaktformular auf civac.de. Wir senden Ihnen ein verbindliches Angebot mit Leistungsverzeichnis, Vertragsentwurf und Bestellurkunde innerhalb von 2 Werktagen. Wer parallel weitere Rollen besetzt, etwa Gefahrstoff, Brandschutz oder Arbeitssicherheit, bündelt diese im selben Workspace und reduziert die Anzahl paralleler Vertragsbeziehungen. Damit entsteht ein konsolidierter Compliance-Stack mit gemeinsamer Dokumentation, gemeinsamer Risikoampel und gemeinsamer Berichtslinie an die Geschäftsführung. In einem Erstgespräch klären wir die Mengenströme, die beteiligten Rollen und die bestehenden Bestellurkunden und unterbreiten ein verbindliches Angebot mit Leistungsverzeichnis, Vertragsentwurf und Bestellurkunde innerhalb von 2 Werktagen.
FAQ
Was bedeutet die orange Tafel mit 30 oben und 1863 unten?
Die obere Zahl 30 ist die Gefahrnummer nach Abschnitt 5.3.2.3 ADR und beschreibt einen entzündbaren flüssigen Stoff mit Flammpunkt zwischen 23 und 60 Grad Celsius ohne zusätzliche Gefahr. Die untere Zahl 1863 ist die UN-Nummer für Treibstoff für Düsenflugzeuge nach Tabelle A in Kapitel 3.2 ADR. Zusammen kennzeichnet die Tafel Jet A oder Jet A-1 in Tankfahrzeugen.
Welche Verpackungsgruppe gilt für UN 1863?
Düsenkraftstoff fällt typischerweise in Verpackungsgruppe III nach Abschnitt 2.2.3 ADR, weil der Flammpunkt zwischen 23 und 60 Grad Celsius bei einem Siedebeginn über 35 Grad Celsius liegt. Damit gelten erleichterte Anforderungen gegenüber Verpackungsgruppe II. Die zulässigen Tankcodes, Sondervorschriften und Begleitvorschriften ergeben sich aus Tabelle A in Kapitel 3.2 ADR und sind im Workspace als strukturierte Stoffstammdaten hinterlegt.
Ab wann müssen wir einen Gefahrgutbeauftragten für UN 1863 bestellen?
Nach § 1 GbV in Verbindung mit Abschnitt 1.8.3 ADR ist die Bestellung erforderlich, sobald das Unternehmen gefährliche Güter befördert, verpackt, einlädt, entlädt oder als Empfänger annimmt und keine Ausnahme nach § 2 GbV greift. Für Tankladungen Düsenkraftstoff übersteigen die Mengen regelmäßig die Freistellungsgrenzen, sodass die Bestellpflicht zu bejahen ist.
Welche Schulung benötigen Fahrer von Tankfahrzeugen mit UN 1863?
Fahrer benötigen einen gültigen ADR-Schein nach Abschnitt 8.2 ADR mit den Klassen 3 und Spezialisierung Tank. Die Erstausbildung umfasst Basiskurs, Tankkurs und Klasse 3, die Auffrischung erfolgt vor Ablauf der 5-jährigen Gültigkeit. Zusätzlich sind alle beteiligten Personen nach Kapitel 1.3 ADR zu schulen, mit dokumentierten Nachweisen und periodischer Auffrischung. Die Schulungsnachweise werden im Workspace versioniert und mit Erinnerungsfunktion geführt.
Was muss im Sicherungsplan nach Kapitel 1.10 ADR stehen?
Der Sicherungsplan nach Abschnitt 1.10.3.2 ADR enthält Zuständigkeiten, Risikobewertung, Sicherungsmaßnahmen für Beförderungsmittel und Lagerstätten, Notfallreaktion, Schulungskonzept, Berichtswesen sowie regelmäßige Überprüfung. Bei UN 1863 mit Verpackungsgruppe III greift die strengste Sicherungspflicht nur über bestimmten Tankgrößen, die allgemeinen Sicherungsvorschriften nach Abschnitt 1.10.1 ADR gelten dennoch. CIVAC stellt eine vollständige Mustervorlage bereit, die alle Pflichtbestandteile abdeckt und im Workspace versioniert wird.
Wie unterstützt CIVAC bei der Bestellung des Gefahrgutbeauftragten?
CIVAC ist eine Compliance-Plattform und Officer-as-a-Service mit EU-Datenresidenz. Der externe Gefahrgutbeauftragte wird innerhalb von 2 Werktagen bestellt, mit Bestellurkunde, Aufgabenkatalog nach Abschnitt 1.8.3.3 ADR und Berichtslinie an die Geschäftsführung. Der Workspace führt Stoffstammdaten, Schulungsnachweise, Tankzulassungen, Vorfallsmeldungen und Jahresberichte audit-fest zusammen. Lizenzieren Sie den Workspace für Ihre internen Beauftragten, oder lassen Sie unsere Beauftragten bestellen.
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Wir übernehmen die operative Last: externer Beauftragter, Vorlagen und Dokumentation in einem Workspace. Unverbindlich.